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MI | 11.04.2012
Ferkel (Bild:VGT)
CHRONIK
Tierschützer: Skandalöse Schweinehaltung
Tierschützer orten gravierende Missstände in der Schweinehaltung und Schweinezucht in Vorarlberg. Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) erhielt anonym Daten über die Missstände, die offenbar 80 Prozent aller Schweine im Land betreffen.
Anonyme Fotos von 22 Schweinebetrieben
Aus 22 Schweinebetrieben mit insgesamt ca. 7.400 Schweinen, das sind ca. 80 Prozent aller Schweine in Vorarlberg, bekam der VGT offenbar anonym Bilder und Videos zugeschickt. Die Informationen werteten die Tierschützer aus. Das Ergebnis bezeichnet Elisabeth Sablik vom VGT als katastrophal.

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Das Video, das der VGT veröffentlicht hat. (Quelle:VGT)
Mehrere Anzeigen
Jeder der 22 untersuchten Betriebe habe gleich mehrere Anzeigen bekommen. Schweine müssten unter unvorstellbaren hygienischen Bedingungen leben. Weil praktisch in keinem Stall genug Stroh eingestreut werde, müssten die Schweine in ihren Fäkalien leben.

Zuchtschweine würden in Kastenständen, also Metallgitter eingepfercht, wo sie keinen einzigen Schritt machen können, sagt Sablik. Junge Ferkel müssten schmerzhafte Eingriffe wie Kastrieren und Kupieren über sich ergehen lassen.
Schweine2 (Bild:VGT)
Forderungen nach Konsequenzen
Nach der Recherche und Auswertung der Daten erhebt der VGT nun auch Forderungen in Bezug auf die Schweinehaltung:

Kastenstände müssen verboten werden und zwar sowohl während der Trächtigkeit als auch während und nach der Geburt. Die Gruppenhaltung muss den Sauen auch in der Schwangerschaft geboten werden,

Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration und aller anderen schmerzhaften Eingriffe durch Laien ohne wirksame Betäubung und ohne Nachbehandlung der Schmerzen. Das Bundestierschutzgesetz fordert bereits jetzt, dass Zähneabschleifen und Schwänzekupieren nur dann zulässig ist, wenn es keine andere Möglichkeit gibt Verletzungen zu vermeiden.

Vollspaltenböden müssen ausnahmslos verboten werden. Die Schweine benötigen bequeme Liegeplätze und Fressplätze, die keinesfalls perforierte Böden aufweisen dürfen. Spalten können sich im Kotbereich der Schweine befinden.
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