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MI | 11.04.2012
Schwein (Bild: ORF)
CHRONIK
Debatte über Schweinehaltung hält an
Nach der Aufregung über die Bilder und das Video von den Zuständen in heimischen Schweineställen ist die Debatte voll entbrannt. Neue Förderungssysteme werden gefordert, auch Konsumenten reagieren schockiert.
Unterschied auf Verpackung nicht sichtbar
Verletzte und im tiefen Dreck lebende Schweine ohne Auslauf und ohne Sonnenlicht - diese Bilder schockierten am Dienstag viele. Die meisten Vorarlberger gehen ja davon aus, dass heimische Fleischprodukte eine höhere Qualität garantieren.

Der Unterschied zwischen dem Fleisch von gut gehaltenen Tieren und gequälten ist auf der Verpackung beziehungsweise der Beschreibung nicht sichtbar. Wie also weiß der Konsument, was er kauft?

Spar verkauft jedes Jahr allein in Vorarlberg 40.000 Schweine und vier Millionen Kilo Wurstwaren - alles in AMA-Qualität, das heißt, die Tiere sind aus Österreich, und die Betriebe werden regelmäßig kontrolliert. Was im Regal landet, kann auch zurückverfolgt werden.

Eine Kooperation mit Schweinebauern in Vorarlberg strebt Spar seit fast zwei Jahren an - bisher haben nur zwei kleinere Betriebe eine Zusammenarbeit zugesagt.
Konsumenten wären bereit, mehr zu zahlen
Kleinere Metzgereien, etwa die Metzgerei Schmuck in Bregenz, kaufen heimische Qualität bei bekannten Betrieben. Für den Konsumenten ist die Qualität nicht feststellbar. Denn der Produzent könne quasi alles behaupten.

Schockiert über die Bilder ist man auch bei Ländle Marketing. Es müsste ein Programm gestartet werden, bei dem die Fütterung und die Haltung von heimischen Tieren ersichtlich ist - ähnlich wie bei Eiern. Nachdem nur etwa zehn Prozent des Schweinefleisches aus Vorarlberg sei, so Mathias Marxgut, müsste es doch möglich sein, Kunden zu finden, die für mehr Qualität auch mehr bezahlen.

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Moosbrugger: Mängel sofort beheben
Wie kann die Schweinehaltung verbessert werden? Landesveterinär Erik Schmid fordert mehr Geld für eine artgerechte Tierhaltung. Ein Ansatzpunkt sei das Fördersystem.

Wenn die Vorwürfe gegen die Schweinebetriebe erhärtet werden und die Behörden den Endbericht vorlegen, müsse man Konsequenzen ziehen, so Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger. Die Bauern werden von ihm dazu aufgefordert, die Mängel sofort zu beheben.
Neues Konzept für Fördersystem
Bei Schweinen gibt es im Gegensatz zu Rindern keine stückbezogenen Förderungen außer im Rahmen von Tiergesundheitsaktionen. Einer neu zu schaffenden Förderschiene für Schweinebetriebe mit vorbildlicher Tierhaltung steht Moosbrugger skeptisch gegenüber. Er ist der Meinung, man solle sich nicht rein auf die Förderschiene konzentrieren.

Es brauche Programme, um zu garantieren, dass Wünsche des Marktes leistungsgerecht für die Produzenten entlohnt werden. Beide Seiten brauchten Handschlagqualität und langfristige Sicherheit, anstatt kurzfristig über die Förderschiene ein neues System zu schaffen.

Von Landesseite heißt es, dass man zunächst die laufenden Überprüfungen abwarten will. Danach könnte man sich laut Landesrat Erich Schwärzler ein Förderprogramm des Landes zur Verbesserung der Schweinehaltung überlegen. Es müsste aber EU-konform sein.

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