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MI | 11.04.2012
Mindestsicherung (Bild: ORF)
SOZIALES
Mindestsicherung bedarf mehr Information
Sozialorganisationen fordern bessere Informationen über die bedarfsorientierte Mindestsicherung. Aus Scham und Unwissenheit würden bis zu 40 Prozent der Anspruchsberechtigten keine Anträge stellen, so die Caritas.
Michael Natter (Bild: ORF)
Michael Natter
Mindestsicherung ist zuwenig bekannt
Vor gut einem Jahr hat die "Bedarfsorientierte Mindestsicherung" die herkömmliche Sozialhilfe abgelöst. Mit einem Aktionstag machten Sozialorganisationen wie Caritas, Institut für Sozialdienste, und Vorarlberger Kinderdorf am Donnerstag auf Schwierigkeiten aufmerksam.

Unter anderem ist die Mindestsicherung zu wenig bekannt, meint Caritas-Mitarbeiter Michael Natter. Aus Scham und Unwissenheit würden 40 bis 50 Prozent der Berechtigten ihren Anspruch nicht geltend machen.
Informationsfolder soll aufklären
Die Sozialorganisationen haben einen Folder mit Informationen über die Mindestsicherung erarbeitet, der in Gemeinden, Behörden und Spitälern aufgelegt wird. Sie wünschen sich eine positive Informationskampagne für die Mindestsicherung wie bei der Wohnbauföderung.

Wer auf Mindestversicherung verzichtet, ist von Überschuldung bedroht, was wiederum die Armut verfestigt und am Ende für die Allgemeinheit noch teurer kommt als die Mindestsicherung, so die Rechnung der Sozialeinrichtungen.
Verbesserungen für Alleinerzieherinnen
Nur in einzelnen Bereichen habe die Mindestsicherung Verbesserungen gebracht, sagt Natter, etwa bei Alleinerzieherinnen. Bei anderen sei sie eher ein Rückschritt. Zum Beispiel werden Heizkosten in den Lebensunterhalt mit eingerechnet. Diese waren früher ein eigenständiger Punkt.
4.000 sind auf Mindestsicherung angewiesen
Nach Angaben von Soziallandesrätin Greti Schmid gab es im vergangenen August 1.800 Mindestsicherungs-Bezieher, mit Familien waren etwa 4.000 Menschen auf die Mindestsicherung angewiesen.

Für Alleinstehende in Vorarlberg liegt der aktuelle monatliche Mindestsicherungs-Bezug bei 566 Euro und 90 Cent.
Wer hat Anspruch auf Mindestsicherung?
Anspruch haben alle jene Menschen in Vorarlberg, die für ihren Lebensunterhalt und ihren Wohnbedarf aus eigener Kraft nicht aufkommen können, weder durch Einkommen noch durch Vermögen.

Ihr Einkommen darf bestimmte Richtsätze nicht übersteigen (vergleichbar mit der Mindestpension). Sie müssen bereit sein, ihre Arbeitskraft einzusetzen. Ausgenommen davon sind Menschen, die eingeschränkt sind durch Alter, Krankheit, Behinderung oder Betreuungspflichten.

Die Mindestsicherung kann in Gemeinden, Bezirkshauptmannschaften und beim Arbeitsmarktservice beantragt werden.
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