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MI | 11.04.2012
Lifte (Bild: Doppelmayr)
Massen-Kopien
200 nachgemachte Doppelmayr-Lifte in China
Die Produktpiraterie betrifft nun auch Lifte - in China sind derzeit über 200 nachgemachte Doppelmayr-Lifte in Betrieb. Rechtlich kann die Firma wenig dagegen machen. Teilweise tragen die Lifte sogar den Namen Doppelmayr.
Geschäftsführer: Sind machtlos
Man habe einen Mitarbeiter durch China geschickt, um die betroffenen Anlagen zu fotografieren, so der Geschäftsführer von Doppelmayr China, Ernst Nigg, im Radio-Vorarlberg-Interview.

Die beiden chinesischen Firmen, die die Liftanlagen kopieren, seien bekannt. Man habe sich über rechtliche Schritte informiert, doch man sei machtlos und könne nichts dagegen machen.
Patentschutz
Die Anlagen würden von staatlichen Firmen gebaut, die dem Maschinenbauministerium unterstehen, so Nigg. Wenn es keinen Patentschutz gibt, sei es praktisch unmöglich, dass man dagegen eingreifen kann.
Doppelmayr-Schilder auf kopierten Anlagen
Auf vielen der kopierten Anlagen seien auch mehrfach Doppelmayr-Schilder montiert. Das führe dazu, dass Kunden oder Betreuer anrufen und fordern, dass die Anlagen besser gewartet werden, da diese teilweise in schlechtem Zustand seien.

Entsprechend groß sei dann die Verwunderung, dass die Lifte gar nicht von Doppelmayr stammen.

Die einzige Möglichkeit bestehe darin, so Nigg, dass der Name Doppelmayr herausgenommen werden muss. Man habe das versucht, aber nur mit teilweisem Erfolg.
Preisverfall befürchtet
Kopiert wurden bis jetzt Schlepplifte und geklemmte Sessellifte, jedoch noch keine kuppelbaren Lifte. Das sei aber nur eine Frage der Zeit, ist Nigg überzeugt. In erster Linie werde es auf dem chinesischen Markt zu einem kompletten Preisverfall kommen.

Ausländische Firmen würden sich sehr schwer tun, ihre Anlagen zu verkaufen, so Nigg.
Europäische Vorschriften
In Zukunft werde es dann so sein, so Nigg, dass die chinesischen Firmen, die derzeit kopieren, im Ausland aktiv werden. Das sei teilweise schon in Afrika der Fall.

Europa würden sie noch länger nicht erobern, so Nigg, obwohl es ihm recht wäre, wenn die Kopierer nach europäischen Vorschriften herstellen würden. Dann müssten auch die chinesischen Firmen die Preise anheben und sich an die europäischen Vorschriften halten.
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