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MI | 11.04.2012
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forderung
Versicherungen sollen auch bei Suiziden zahlen
Primar Reinhard Haller wirft den Versicherungen vor, im Falle eines Suizids auszusteigen. Die Vorarlberger Landesversicherung dementiert. Haller wiederum meint, er mache wöchentlich Gutachten, in denen sich die Versicherungen weigern würden zu zahlen.
"Menschenverachtende Klausel"
Österreich sei das einzige Land der Welt, in dem Lebensversicherungen im Falle eines Suizids aussteigen, so Haller.

Haller appelliert an die Versicherungen, "diese menschenverachtende, wirklichkeitsausblendende und inhumane Bestimmung, die es in den Lebensversicherungsklauseln gibt", dem international humaneren Niveau anzuschließen.
Zeitliche Sperrfrist
Er verstehe es, so der Psychiater, wenn Versicherungen im ersten Jahr nach Abschluss der Versicherung nicht zahlen. Es könne nicht sein, dass jemand hingeht und sagt, ich bring mich um und seinen Angehörigen ein Vermögen hinterlassen möchte.
Schwere psychische Erkrankung
Aber nach einer bestimmten zeitlichen Sperrfrist müsse man anerkennen, dass Suizid in den überwiegenden Fällen etwas ist, wofür Versicherungen zuständig seien, nämlich der Abschluss einer ausnehmend schweren psychischen Erkrankung.
Versicherung weist Vorwurf zurück
Direktor Robert Sturn von der Vorarlberger Landesversicherung weist die Vorwürfe zurück. Richtig sei, dass Versicherungen die Lebensversicherung ausbezahlen, wenn die Polizze zumindest drei Jahre vor dem Suizid ausgestellt wurde.
Sturn: Bewusster Missbrauch
Das sei international üblich, um bewussten Missbrauch auszuschließen, so Sturn. Bei besonderer medizinischer Indikation werde auch innerhalb der drei Jahre bezahlt.
Unanfechtbarkeitsklausel
Nach Angaben von Generali-Direktor Arno Schuchter werden 95 Prozent der Lebensversicherungen mit einer Unanfechtbarkeitsklausel abgeschlossen. Damit bestehe im Falle eines Suizids ab dem ersten Tag Versicherungsschutz.

Eine Leistungsfreiheit sei nur dann gegeben, so Schuchter, wenn die Tat unter freier Willenbestimmung ausgeführt wurde. Habe sich jemand in einem geistlich kranken Zustand befunden, gelte der volle Versicherungsschutz.
Haller: Versicherungen verweigern Zahlungen
Haller meint dazu, dass er wöchentlich Gutachten in Fällen machen üprde, in denen sich Versicherungen weigern zu zahlen.
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