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MI | 11.04.2012
Archäologische Funde (Bild: ORF)
Archäologie
Skelettreste 9.500 Jahre alt
Schon im Jahr 7.500 vor Christus haben sich am Fuße des Kummenbergs Menschen angesiedelt. Das haben jüngste Untersuchungen an der Universität in Innsbruck ergeben. Bei den untersuchten Funden handelt es sich um die Überreste eines Kindes.
Funde in der Kummenbergregion
Schon im Jahre 1952 wurden die erst jetzt untersuchten Knochenreste am Fuße des Kummenbergs gefunden. Noch nie zuvor waren in Vorarlberg menschliche Fossilien entdeckt worden, die so alt sind.

Die Knochenfunde waren allerdings im Keller gelagert, bevor sie nun über naturwissenschaftliche Untersuchungen datiert wurden.

Die Skelettreste stammen aus der Mittelsteinzeit (etwa 8.000 bis 5.500 vor Christus).

Durch die Datierung wird die Geschichte Vorarlbergs aber nicht verändert.
Archäologische Funde Kummenberg (Bild: ORF)
Kummenberg: Natürliche Grenze
Der Kummenberg mitten im Rheintal ist heute die natürliche Grenze zwischen Vorarlberger Unterland und Oberland.

Er gehörte vor Tausenden von Jahren zum Uferbereich eines fischreichen Sees. So wird vermutet, dass am späteren Fundort Jäger, Fischer und Sammler unter einem Felsvorsprung für einige Zeit Schutz gesucht haben.
Zweitältester Fund in Österreich
Bei den Skelettresten vom Fuße des Kummenbergs handelt es sich nach Angaben des Archäologen Walter Leitner von der Universität Innsbruck um die zweitältesten Funde in Österreich.

Nur Kinderskelette, die bei Krems gefunden wurden, wären mit 25.000 Jahren noch älter als die Fundstücke vom Kummenberg.
Die Datierung an sich ist das Besondere
Für den wissenschaftlichen Mitarbeiter am Landesmuseum Gerhard Grabher liegt das Besondere des Untersuchungsergebnisses in der genauen Datierung.

Grabher: "Das Besondere sind die Zahlen, also, dass man jetzt aufgrund von diesen relativ sicheren Datierungsmöglichkeiten, die die Naturwissenschaft bietet, nun einen schönen Aufhänger hat. Dass man sagen kann, 7.500 vor Christus. Dass zu dieser Zeit bereits Menschen in Vorarlberg gelebt haben, das war uns auf Grund der Funde schon immer klar."

Nach Angaben von Grabher wurden neben den menschlichen Überresten bei den Ausgrabungen in den fünfziger Jahren auch noch Werkzeug und Tierknochen gefunden.
Spezialabteilung am Landesmuseum
Der Fund soll in den nächsten Jahren in einer Spezialabteilung am Vorarlberger Landesmuseum ausgestellt werden. Experten vermuten sogar, dass sich noch weitere archäologische Kostbarkeiten im Lager des Landesmuseums befinden könnten.

Die nun datierten Knochenstücke sind ja auch schon vor Jahren ausgegraben, aber erst später wissenschaftlich untersucht worden, heißt es.
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